Internationale Beschaffungslogistik für einen Hersteller der Papierindustrie
Die Rentsch GmbH in Berlin ist eine Tochtergesellschaft des weltweit agierenden Papierherstellers Amcor. Amcor Rentsch fertigt am Standort Berlin ca. 3,5 Mrd. Faltschachteln als "dedicated plant" für das benachbarte Philip Morris-Werk. Die Fertigung erfolgt auf 2 Drucklinien, 6 Tage die Woche, 24 Std. am Tag. Damit ist Rentsch einer der modernsten Papier herstellenden Betriebe in Deutschland.
Die Logistik
Rund 80 Rollen Papier werden täglich für die Fertigung benötigt. Die Rollen (Rohware) werden aus den USA und Schweden bezogen und per Schiff nach Bremerhaven bzw. Lübeck transportiert, dort entladen, bei einem Dienstleister zwischengepuffert und schließlich bedarfsbezogen per LKW dem Berliner Werk zugestellt (JIT). Innerbetrieblich werden die zwei Drucklinien mit Hilfe von Klammerstaplern mit Rollen versorgt und per Stapler von Paletten entsorgt. Die logistische Aufgabe: Platz schaffen für die Produktion.
viaLog erhielt den Auftrag, die Beschaffungsstrategie und den innerbetrieblichen Materialfluss mit den folgenden Zielen zu optimieren:
- Weniger Verpackungsmaterial und -aufwand
- Logistik-Dienstleistung (LDL) vor Ort
- Nutzung spezieller Ladehilfsmittel
- Automatisierung des innerbetriebl. Transportes
- Beseitigung des "bottleneck" Schmalganglager
- Flächenoptimierung im Werk
Lösung:
Gute Ideen statt hohen Investitionen
Zur Optimierung der Beschaffungslogistik wurde ein Logisitik-Dienstleister in Berlin ausgewählt und in die Entscheidungskette von Rentsch eingebunden. Dies ermöglichte kürzere Wege, nicht nur in der Supply Chain. Der Dienstleister konnte auch neue Funktionen wie die JIT-Zulieferung von weiteren Produktionsstoffen übernehmen. Die Papierrollen werden per Schiff in Bremerhaven und Lübeck angeliefert und nun im Container mit der Bahn nach Berlin zum LDL transportiert. Der Dienstleister hat sein Lager in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rentsch. Dort werden die Rollen ausgepackt, auf Spezial-Ladehilfsmittel gesetzt, eingelagert und bedarfsbezogen per Shuttle bei Rentsch angeliefert. All diese Maßnahmen bedeuteten eine wesentliche Prozessverbesserung und benötigten nur geringe Investitionen.
Auch die innerbetriebliche Logistik konnte mit geringem Einsatz spürbar verbessert werden. Auf die Nutzung des Schmalgang-Hochregallagers im 1.OG kann künftig weitestgehend verzichtet werden, da der LDL Papierrollen und Farben zeitnah anliefert.
Die Lagerung der Fertigwaren für Philip Morris-Berlin wurde in einer Werkshalle konzentriert. Mit dem Einsatz eines FTS (Fahrerloses Transportfahrzeug) für die Transporte der Fertigware von der Drucklinie ins Fertigwarenlager konnte ein weiterer Arbeitsprozess automatisiert werden.
Diese Maßnahmen schufen Raum für die dritte Drucklinie . Sie wurde zwischen den zwei bestehenden Linien aufgestellt. Der Produktionsstandort Berlin ist damit substantiell gestärkt.
Highlights
Als Highlights des Projektes sind festzuhalten:
- Rollentransporte von Straße auf Schiene
- Verlegung des Lieferanten-Dienstleisters von der Küste nach Berlin, jetzt als Rentsch-Dienstleister
- Flächenreorganisation und der Einsatz eines FTS für die langen Transportwege im Werk
Hier konnte - bei niedrigen Investitionen - die Beschaffungslogistik und der innerbetriebliche Materialfluss signifikant optimiert werden.
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